Die Kurzfassung
Auf dieser Seite findest du ausschließlich Produkte mit Creapure® oder Creavitalis® – beide Made in Germany, 99,9 % Reinheit.
Woher der Mythos kommt
Alles begann 2009 mit einer Studie an einem Rugby-Institut in Südafrika. 20 männliche College-Spieler erhielten entweder Kreatin oder ein Placebo: sieben Tage lang eine hohe Ladedosis (25 g Kreatin plus 25 g Glukose pro Tag), anschließend 14 Tage eine Erhaltungsdosis (5 g Kreatin plus 25 g Glukose pro Tag).
Das Ergebnis: Der Spiegel von Dihydrotestosteron (DHT) stieg nach der Ladephase um 56 % und blieb nach der Erhaltungsphase 40 % über dem Ausgangswert. Testosteron selbst veränderte sich nicht. Da DHT bei genetischer Veranlagung Haarfollikel schrumpfen lassen und Haarausfall beschleunigen kann, war der Mythos geboren: Kreatin macht eine Glatze.
Die Studie wurde in einschlägigen Foren, auf Social Media und in Fitness-Blogs massiv verbreitet. Was dabei fast immer unterging: In der Studie wurde kein Haarausfall gemessen. Kein Teilnehmer verlor Haare. Es wurden keine Haarfollikel untersucht. Es wurde nur ein Hormonwert erhoben.
Was an der Originalstudie problematisch ist
Die Studie von 2009 hat methodische Schwächen, die bei der Verbreitung in den Medien fast nie erwähnt werden. Eine genauere Betrachtung zeigt, warum die Ergebnisse mit Vorsicht zu interpretieren sind:
Sehr kleine Teilnehmerzahl. Nur 20 Spieler wurden rekrutiert, nur 16 schlossen das Protokoll ab. Bei so wenigen Teilnehmern können Zufallseffekte die Ergebnisse stark verzerren.
Die DHT-Ausgangswerte waren ungleich verteilt. Die Kreatin-Gruppe startete mit einem 23 % niedrigeren DHT-Wert als die Placebo-Gruppe. Der gemessene „Anstieg" war zum Teil einfach ein Ausgleich auf ein normales Niveau – die Werte blieben innerhalb des klinischen Normbereichs.
Nur 3 Wochen Dauer. Für eine belastbare Aussage über Hormonveränderungen ist das zu kurz. Kurzfristige Schwankungen können durch Trainingsbelastung, Ernährung, Tageszeit der Blutabnahme und andere Faktoren entstehen.
Kein Haarausfall wurde gemessen. Die Studie hat weder Haardichte, Haardicke, Follikelzahl noch subjektiven Haarausfall erfasst. Der Schluss „DHT steigt, also fallen Haare aus" ist eine Annahme – kein Studienergebnis.
Das verwendete Kreatin-Produkt wurde nicht genannt. Weder Marke noch Hersteller sind in der Studie dokumentiert. Das ist relevant, weil bei minderwertigen Kreatin-Produkten aus unkontrollierter Produktion Verunreinigungen vorkommen können, deren Einfluss auf den Hormonhaushalt nicht auszuschließen ist.
Kein freies Testosteron gemessen. Nur freies Testosteron kann durch das Enzym 5-Alpha-Reduktase in DHT umgewandelt werden. Ohne diesen Wert fehlt eine entscheidende Variable.
Was die aktuelle Forschung zeigt
Die 2025er-Studie: Erstmals Haarfollikel direkt untersucht
Im April 2025 wurde im Journal of the International Society of Sports Nutrition die erste randomisierte kontrollierte Studie veröffentlicht, die gezielt den Zusammenhang zwischen Kreatin und Haargesundheit untersucht hat. 45 trainierte Männer (18–40 Jahre) erhielten über 12 Wochen entweder 5 g Kreatin-Monohydrat oder ein Placebo. Gemessen wurden Testosteron, freies Testosteron, DHT sowie – erstmals – die Haargesundheit: Haardichte, Follikelzahl und kumulative Haardicke, erfasst mit dem FotoFinder-System und dem Trichogramm-Test.
Das Ergebnis war eindeutig: Kein Unterschied zwischen Kreatin und Placebo – weder bei den Hormonwerten noch bei irgendeinem Haarparameter. Testosteron stieg in beiden Gruppen leicht an (ein normaler Trainingseffekt), und freies Testosteron sank in beiden Gruppen leicht – jeweils unabhängig davon, ob Kreatin oder Placebo eingenommen wurde. Die DHT-Werte und das DHT-zu-Testosteron-Verhältnis blieben unverändert.
Die Autoren fassen zusammen: Diese Studie liefert starke Evidenz gegen die Behauptung, dass Kreatin zu Haarausfall beiträgt.
12 weitere Studien zu Kreatin und Hormonen
Neben der 2025er-Studie haben 12 weitere Studien den Effekt von Kreatin auf Androgenhormone (Testosteron, freies Testosteron, DHT) untersucht. Das Ergebnis: 10 von 12 fanden keine Veränderung des Testosteronspiegels. Keine einzige bestätigte den DHT-Anstieg aus der 2009er-Studie.
Eine umfassende Übersichtsarbeit der International Society of Sports Nutrition aus 2021 kommt zu einem klaren Fazit: Die aktuelle Evidenz zeigt nicht, dass Kreatin den Testosteron-, freien Testosteron- oder DHT-Spiegel erhöht oder Haarausfall verursacht.
Was DHT ist – und warum es nicht die ganze Geschichte ist
Dihydrotestosteron (DHT) ist ein Abbauprodukt von Testosteron. Das Enzym 5-Alpha-Reduktase wandelt freies Testosteron in DHT um. DHT ist biologisch wirksamer als Testosteron und spielt unter anderem eine Rolle bei der Prostata und bei den Haarfollikeln.
Bei Männern mit einer genetischen Veranlagung für androgenetische Alopezie (erblich bedingter Haarausfall) bindet DHT an Rezeptoren in bestimmten Haarfollikeln – typischerweise an der Stirn und am Oberkopf – und lässt diese schrumpfen. Über mehrere Wachstumszyklen werden die Haare dünner und kürzer, bis sie schließlich ausfallen.
Aber: Nicht jeder Mensch mit erhöhtem DHT bekommt Haarausfall. Ob und wie stark die Haarfollikel auf DHT reagieren, hängt von der genetischen Ausstattung ab – konkret von der Dichte der Androgenrezeptoren und der Aktivität der 5-Alpha-Reduktase in den Follikeln. Seitlich und am Hinterkopf sind die Follikel typischerweise resistent gegen DHT, deshalb bleiben diese Bereiche bei erblich bedingtem Haarausfall erhalten.
Der Schluss „mehr DHT = mehr Haarausfall" ist also stark vereinfacht. Selbst wenn Kreatin den DHT-Spiegel leicht erhöhen würde (was die aktuelle Forschung nicht bestätigt), würde das bei Menschen ohne genetische Veranlagung keinen Haarausfall auslösen. Und bei Menschen mit Veranlagung ist die Genetik der entscheidende Faktor – nicht das Supplement.
Warum die Produktqualität eine Rolle spielen könnte
Ein oft übersehener Aspekt der 2009er-Studie: Das verwendete Kreatin-Produkt wurde nicht identifiziert. Das ist bemerkenswert, weil bei minderwertigen Kreatin-Produkten – insbesondere aus unkontrollierter Produktion – Verunreinigungen vorkommen können, deren Einfluss auf den Hormonhaushalt nicht auszuschließen ist.
Bei hochwertigen Rohstoffen mit dokumentierter Herkunft ist dieses Risiko praktisch ausgeschlossen. Creapure® und Creavitalis® werden von der Alzchem Trostberg GmbH in Bayern unter GMP-Bedingungen hergestellt. Jede Charge wird auf Verunreinigungen geprüft – Schwermetalle, Dicyandiamid (DCD) und Dihydrotriazin liegen unterhalb der Nachweisgrenze. Die Reinheit beträgt 99,9 %.
Wer beim Kreatin-Kauf auf einen dokumentierten Rohstoff achtet, minimiert nicht nur das theoretische Risiko von Hormonveränderungen durch Verunreinigungen, sondern weiß auch genau, was im Produkt steckt. Mehr zur Frage der Reinheit bei Kreatin.
Produkte mit dokumentiertem Rohstoff sind unter anderem natural elements Kreatin 500g* und brandl Kreatin 500g* (beide Creapure®) sowie MoleQlar Kreatin 300g* und edubily Kreatin 250g* (beide Creavitalis®).
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Welche Creapure- und Creavitalis-Produkte im Detail überzeugen, erfährst du in unserem Vergleich der 5 besten Kreatin-Produkte 2026 – mit transparentem Qualitätsscore und unabhängiger Bewertung.
Häufige Fragen
Verursacht Kreatin Haarausfall?
Nach aktuellem Forschungsstand: Nein. Die Sorge basiert auf einer einzigen kleinen Studie von 2009, die einen DHT-Anstieg bei Rugbyspielern zeigte – aber keinen Haarausfall gemessen hat. Eine randomisierte kontrollierte Studie aus 2025 hat erstmals sowohl Hormone als auch Haarfollikel über 12 Wochen untersucht und keine negativen Effekte auf DHT oder die Haargesundheit gefunden.
Erhöht Kreatin den DHT-Spiegel?
Die einzige Studie, die einen DHT-Anstieg zeigte, stammt aus 2009 und hat methodische Schwächen. Von 12 weiteren Studien, die Kreatin und Androgenhormone untersuchten, fand keine eine vergleichbare Veränderung. Die 2025er-Studie bestätigte: kein Unterschied in DHT-Werten zwischen Kreatin- und Placebogruppe nach 12 Wochen.
Kann Kreatin erblich bedingten Haarausfall verschlimmern?
Dafür gibt es keine Belege. Erblich bedingter Haarausfall wird durch die genetische Empfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber DHT bestimmt – nicht durch Kreatin. Selbst in der 2009er-Studie blieben die DHT-Werte im klinischen Normbereich. Wer bereits unter Haarausfall leidet und unsicher ist, kann die Frage mit einem Dermatologen besprechen.
Gilt das auch für Frauen?
Frauen haben deutlich niedrigere Androgenspiegel als Männer. Der DHT-Haarausfall-Mythos wird fast ausschließlich in männlich geprägten Fitnesskreisen diskutiert. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Kreatin bei Frauen Haarausfall verursacht. Mehr dazu in unserem Artikel Kreatin für Frauen.
Spielt die Qualität des Kreatins eine Rolle?
Möglicherweise. Die 2009er-Studie nannte nicht, welches Produkt verwendet wurde. Bei minderwertigen Kreatin-Produkten können Verunreinigungen vorkommen, deren Einfluss auf den Hormonhaushalt nicht auszuschließen ist. Hochwertige Rohstoffe wie Creapure® und Creavitalis® garantieren 99,9 % Reinheit und sind frei von solchen Verunreinigungen.
Was ist, wenn mir während der Kreatin-Einnahme Haare ausfallen?
Haarausfall kann viele Ursachen haben: Genetik, Stress, Nährstoffmängel, hormonelle Veränderungen oder Medikamente. Da die aktuelle Forschung keinen Zusammenhang zwischen Kreatin und Haarausfall zeigt, ist es wahrscheinlicher, dass andere Faktoren die Ursache sind. Bei anhaltendem Haarausfall ist der Gang zum Dermatologen sinnvoll. Mehr zu anderen möglichen Nebenwirkungen findest du in unserem Artikel Kreatin Nebenwirkungen.
Studien und Quellen
- Lak, M. et al. (2025): „Does creatine cause hair loss? A 12-week randomized controlled trial." Journal of the International Society of Sports Nutrition, 22(sup1): 2495229.
- van der Merwe, J. et al. (2009): „Three weeks of creatine monohydrate supplementation affects dihydrotestosterone to testosterone ratio in college-aged rugby players." Clinical Journal of Sport Medicine, 19(5): 399–404.
- Antonio, J. et al. (2021): „Common questions and misconceptions about creatine supplementation: what does the scientific evidence really show?" Journal of the International Society of Sports Nutrition, 18(1): 13.
- Antonio, J. et al. (2025): „Part II. Common questions and misconceptions about creatine supplementation: what does the scientific evidence really show?" Journal of the International Society of Sports Nutrition, 22(1): 2441760.
- Kreider, R.B. et al. (2017): „International Society of Sports Nutrition position stand: safety and efficacy of creatine supplementation in exercise, sport, and medicine." Journal of the International Society of Sports Nutrition, 14: 18.